Seit ein paar Wochen nun bin ich stolzer Besitzer eines Mac Minis. Diesen habe ich mir natürlich nicht grundlos zugelegt (wer würde sich schon einen Mac kaufen, nur wegen des Aussehens
),nein ich benötige einen Mac um Programme für das IPhone, sogenannte Apps, zu entwickeln.
Apple sagt hier sehr deutlich, dass nur Anwendungen, die an einem Mac kompiliert wurden, im Appstore gelistet werden können.
Außerdem braucht man dazu einen Entwicklerschlüssel von Apple (kostet eine jährliche Gebühr).
Wenn man dies dann alles zusammen hat, kann man auch schon direkt starten mit der Entwicklung. Apple hat dafür ein SDK zur Verfügung gestellt, welches einem diese Arbeit ermöglicht. Versucht man dabei die Vorgaben von Apple zu umgehen, indem man beispielsweise undokumentierte Schnittstellen verwendet, kann man sicher sein, dass die App nicht in den Appstore kommt.
Das ist meistens auch nicht weiter tragisch, da es selten einen Grund gibt, diese Vorgaben zu umgehen. Und es macht auch durchaus Sinn: undokumentierte / private Schnittstellen können sich jederzeit ändern, deren Verwendung ist also instabil.
Aber Programmieren ist auch eine Kunst und der Programmierer sieht sich gerne mal herausgefordert ein System bis an die Grenzen des Machbaren zu reizen.
Selbst wenn man das nicht macht, kommt man sich seltsam behindert vor, beinahe kastriert. Man hat nen Porsche und fährt ständig in einer Tempo 30 Zone…
Dazu der Zwang eine bestimmte Hardware zu nutzen, und auch die Vorgabe nur in den “erlaubten” Programmiersprachen zu arbeiten… Da kommt man schon mal in Grübeln, ob das alles noch wirklich in dem Rahmen liegt, in dem man arbeiten möchte.
Künstler müssen allerdings auch von irgendetwas leben, und Apple bietet mit dem Appstore einen hervorragenden Markt an. Das ist wohl auch der Grund, wieso niemand laut protestiert (leise, so wie ich hier, protestieren natürlich viele!)
Außerdem macht es richtig Spaß mit dem IPhone SDK zu arbeiten. Die API ist sauber, durchdacht und gut dokumentiert. Mittlerweile gibt es auch gute Tutorials im Netz und auch das eine oder andere empfehlenswerte Buch zu dem Thema.
Und jeder der schonmal mit einem Linux gearbeitet hat und sich geärgert hat, dass die Software nicht richtig aufeinander abgestimmt ist, dass sich jedes Programm anders bedienen lässt, dass viele Programme erst in einer Golem-Version (damit sind Versionen unter 1.0 gemeint. Der Begriff rührt daher, dass beinahe jede zweite Meldung auf golem.de so klingt wie: “xyzTV 0.2.1 released”), kurz jeder der sich schon mal ein bisschen mehr Windows unter Linux gewünscht hat, der wird viel Spaß mit dem Mac OS X haben. Sauber designte, solide Programme, eine echte Konsole, tolle Kommandozeilenprogramme und das echte MS Office lassen einiges an Freude beim Arbeiten aufkommen.
Komplett betrachtet muss ich sagen: ich wusste ja worauf ich mich einließ, ich hätte ja nicht damit anfangen müssen. Also meckere ich jetzt auch nicht wegen diesen Einschränkungen rum. Mac OS X lässt einem auch viel davon vergessen.
Aber ein fader Beigeschmack lässt sich dennoch nicht leugnen.
Grüße vom Mac
Alexander
Du hast den unzureichenden Ram vergessen zu erwähnen
Das stimmt schon, 2GB sind schon dürftig.
Um das Ding auf 4 GB aufrüsten zu lassen (man darf es natürlich nicht selbst machen, ohne die Garantie zu verlieren), legt man nochmal 220 Euro hin…
Aber wer ein bisschen auf die geöffneten Programme achtet und die nicht-benötigten wieder schließt, der kommt auch mit 2GB zurecht. Eine Weile zumindest